VonMarco

Deutsche Meisterschaft Cyclocross 2022 Luckenwalde

Hat ein bisschen länger gedauert, aber irgendwie kam der Schreibfluss dieses Mal nur tröpfchenweise – aber hier ist er nun, der Bericht von DM-Wochenende in Luckenwalde:

 

 

HLSTN goes BRNDBRG

„Habt ihr nicht auch Lust mit zur DM nach Luckenwalde zu kommen?“

Eine echte Schnapsidee von Jörg, die er ganz beiläufig in Elmshorn in Runde warf – und die quasi sofort auf fruchtbaren Boden fiel: Ohne jegliche Ahnung, wo genau Luckenwalde liegt oder was uns da erwarten würde, gingen die Anmeldungen und Startgebühr -Überweisungen raus.

Der spätere Blick in die Veranstaltungswerbung ließ dann doch leichte Zweifel aufkommen, ob das für uns Hobbyletten denn das Richtige ist:

  • 7 Brücken zum Über- oder Unterqueren
  • Sandpassage
  • Hürden
  • Steigungen
  • Treppen und Abfahrten.

Dazu kam noch, dass es nur eine einzige Hobby-Klasse von 18 bis 99 Jahren gab – also nix mit „sortenrein junge/alte/ganz alte Herren sortiert“, nein: Hier würden uns die jungen, in vollem Saft stehenden Kerle zeigen, wo der Bartel den Most holt.

In den offiziellen Verlautbarungen klang es etwas nüchterner, dabei nicht weniger bedrohlich:

„Der Kurs hat eine Länge von 2,8 km, mit einer 200 Meter langen Startgeraden. Er besteht aus 3 Teilen. Teil 1: Er ist flach, technisch und mit einer Sandpassage (ca. 40 Meter) bestückt. Nach der ersten Depotdurchfahrt steigt das Gelände sanft an. Teil 2: Nach einer Treppe geht es in die Sandhügel. Hier wechseln kurze Auf- und Abfahrten mit Laufpassagen. Nach dem Blick zur Sky-Bar und über die Skyline der Stadt Luckenwalde führt der Kurs zurück ins Stadion. Teil3: Jetzt wird es noch einmal sehr technisch. Hürden werden überwunden, man überquert zwei Brücken und schaut nach einer Treppenpassage bereits auf die Ziel-Area, die nach einigen Richtungswechseln erreicht wird.“

Andererseits lockten natürlich auch einige Punkte wie „Top Catering an 3 Standorten, Sky-Bar, Gulaschkanone, Bratwurst, Pommes, Crepes, Guerilla-Bar“.

Sonnabend

Samstagmorgen ging es bei ordentlichem Wetter in Trittau los, aber kaum hatten wir „rübergemacht“, zeigte sich der kalte Osten sich von seiner winterlichen Seite – glücklicherweise wurde es dann wieder umso freundlicher, je näher wir Luckenwalde kamen.

Eine perfekte Anfahrtsbeschreibung war ja bereits im „Technischen Leitfaden“ enthalten ( https://cx-dm-luk.de/.cm4all/uproc.php/0/TLF_Dez_212712_korr_sm.pdf?cdp=a&_=17dfc0c16af ), aber auch vor Ort war in Luckenwalde alles vorbildlich ausgeschildert.

So schlugen wir rechtzeitig in der „Permanence“ in der Bahnhofsbibliothek auf, um unsere Startunterlagen abzuholen und wenig später waren wir dann auch schon zum Gucken an der Strecke.

Gerade rechtzeitig zur Siegerehrung der U23-Männer waren wir im Infield und konnten anschließend bei Kaffee & Kuchen das Kids-Race anschauen: Ein bisschen Mitleid hatten wir mit den Lütten, denn gefühlt hatten die beim „Le-Mans-Start“ mehr Strecke zum Laufen als anschließend zum Radeln – aber sie haben es alle tapfer und sportlich genommen.

Die ersten bekannten Gesichter liefen uns auch über den Weg, u.a. Jörg von CX-Land, der „hamburger cyclist“ (natürlich in filmender Mission unterwegs), Nils (vom seinem Sen.-2-Rennen schon wieder gut erholt) und Kai mit seinen beiden Kieler RV Junioren.
Die Erkundung des gesamten Areals war mit Licht & Schatten gesprickt: Der Boden der Strecke schein trotz 4°C und Sonnenschein noch mit Rest-Frost ziemlich fest zu sein – für den nächsten Tag war keine Sonne und nur 2°C vorhergesagt, von daher hatten wir Chancen auf ähnlich guten Untergrund.

Die aufgestellten Brücken hingegen (rauf 2x per Treppe und 2x fahrend, runter 4 x fahrend) waren schon beeindruckend, die wirkten genau so steil, wie man es sonst aus den Übertragungen der Weltelite kennt.

Für massives Stirnrunzeln sorgten dann aber die Sandhügel mit den kurze Auf- und Abfahrten (eben in recht tiefem Sand) und vor allem die lange Laufpassage rauf zur „Sky-Bar“, die anschließende Abfahrt (oder doch lieber Bergab-Lauf?) in tiefem Sand und anschließend erneuter Bergauf-Laufpassage und Abfahrt Richtung Therme: Wenn man das nur vorher (also: vor der Anmeldung …) gewusst hätte …
Bald darauf startete dann auch das Highlight des Tages: Frauen Elite, U23 und U19. Wie erwartet machte in der Elite die alte Meisterin „kurzen Prozess“ und fuhr ungefährdet ihren 5. Meistertitel in Folge ein.

Die Siegerehrungen fanden dann mit einigen aus dem Stevens-Cup bekannten Gesichtern statt: Bei den Elite-Damen landeten Stefanie Paul auf Platz 3 und Cordula Neudörfer auf Platz 6 sowie Philine Letz auf Platz 8. Bei den U23-Damen stand Lea Lützen (bis vor kurzem noch bei den Hobby-Damen im Stevens-Cup unterwegs) als Viertplatzierte zwar nicht auf dem Podest, aber dennoch mit oben auf der Bühne zur Ehrung der sechs Bestplatzierten – Respekt!

Durchgefroren, von den starken Vorstellungen beeindruckt und mit Respekt vor der Strecke ging es anschließend ins Hotel, wo ich mit dem Versuch scheiterte, das ganze warme Wasser weg zu duschen: Klappte nicht, kam immer weiter schön heiß aus der Brause.

Abends ging es dann noch ins „Belfiume“, dem Numero-Uno-Restaurante Luckenwaldes, um mit Pizza und Pasta die passende Grundlage für die kommenden Heldentaten zu legen.

Sonntag

Früh morgens, noch fast dunkel, schlichen wir uns aus dem Hotel, um die ungemütlich gelegene Trainingszeit (von 7:30 – 9:00 Uhr) wahrzunehmen: Anders als man es vom heimischen Stevens-Cup kennt, gab es keine Möglichkeit, die Pausen zwischen den Rennen zu nutzen – nur die wenigen Zeitfenster am Freitagnachmittag und Sa./So. morgens waren zugelassen.

Nach wenigen Minuten waren wir auf der Strecke und angenehm überrascht:

Einerseits war der Boden wie erhofft vom Nachtfrost schön fest, andererseits waren viele am Vortag zerfurchte Abschnitte (z.B. in den Sandhügeln) eingeebnet worden und sehr gut fahrbar.

Die 40 Meter lange Sandkiste war zwar uneben, aber ziemlich gut durchgefroren – leider zu lang um sie mit sinnvollem Krafteinsatz fahrend zu bezwingen, aber für die beste Art der Querung fand sich auch bald eine Strategie.

Wenn die lange Treppe auch endlos erschien, so waren die Ab- und Abfahrten der Brücken auf dem Rad weitaus weniger furchteinflößend als beim bloßen Zuschauen. Die Bergauf-Laufpassagen vor und hinter der Skybar waren so wie man es eben erwarten und befürchten musste, dafür schienen die dazu gehörigen Abfahrten auch nicht so schlimm – so konnten wir einigermaßen frohen Mutes wieder zurück ins Hotel zum ausgiebigen Frühstück.

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten oder vielleicht auch nur nicht wahrhaben wollten:
Die schön hergerichtete Strecke und der feste Boden hatten uns ganz wunderbar eingelullt und am Nachmittag würde sie dann ihr wahres Gesicht zeigen …

Kurz vor Mittag checkten wir dann aus dem Hotel aus und waren rechtzeitig zum Start der U19 Junioren an der Strecke. Das Rennen lief für das Hamburger Stevens-Team noch nicht so überragend wie später am Tag das Elite-Rennen, aber spannend zuzuschauen war es allemal.

Dann hieß es auch schon „selbst warmfahren und ab zu Start“.

Mangels irgendwelcher Ranglisten war die Startaufstellung der Hobby-Rennen ausgelost und hier konnten wir uns nicht beklagen:

Ich durfte in die erste Reihe, Jörg stand in der zweiten Reihe und das Feld der Hobby-Damen war so übersichtlich, dass alle in einer Reihe Platz fanden, also durfte Julia auch aus der 1. Reihe starten.

Ungewohnt war dann auch der Start per Ampel und ohne Pfiff: Los ging es zunächst über ca. 40 Meter holperiges Kopfsteinpflaster, ehe es direkt weiter auf die lange Gerade mit feinstem Asphalt wechselte. Als 8. bog ich an deren Ende in die erste Kurve ein – also eher ein Start mit „Minimalergebnis“, wenn man als einer von acht Fahrern aus der ersten Reihe losfährt.

Hier beim Einfädeln gab es schon die 2. Berührung (die erste war schon auf dem Pflaster) mit einem mehr als engagierten Fahrer – was er da fuhr war schon keine „Kampflinie“ mehr, sondern ging eher Richtung Kampfsport. Bis zur Sandgrube lief alles wie auf der Perlenschnur aufgezogen und in der Grube gab es dann den 3. Und zum Glück letzten Kontakt mit dem vor mir steckengebliebenen „Sportsfreund“.

Im weiteren Verlauf bis zur langen Treppe musste ich dann schon den einen oder anderen Platz hergeben, auch Jörg zischte schon an mir vorbei. Nach der laaaaaaaaangen Treppe ging es dann mit Schwung in die Sandhügel: Ich war wohl noch vom gutem Verlauf des morgendlichen Trainings zu schwungvoll und merkte zu spät, dass sich an genau dieser Stelle ganz Entscheidendes an der Strecke getan hatte:

Irgendwie tat sich vor mir ein wahres Loch auf und ehe ich es wirklich bemerkte, lag ich auch schon im Sand – was mich weitere 3 Plätze kostete und hier bei 4:16 Min. zu bewundern ist:

Aber was soll´s, auch damit trägt man ja zur sonntäglichen Belustigung der nicht zahlenden Zuschauer bei – Mund abwischen und weiter geht´s, schnell noch die letzten flachen Meter bis zum Skybar-Aufstieg genießen.

Dort war dann die Hölle los: DER HOTSPOT für die Zuschauer und mächtig Stimmung; einer der Zuschauer hat so laut und pausenlos alle FahrerInnen angefeuert, der Kerl muss noch bis Ostern heiser sein.

Die Abfahrt von der Bar herunter war in der ersten Runde zwar leicht eierig, gelang aber ganz gut. Dann das Rad auf die Schulter und wieder berghoch, Rad absetzten, rauf auf den Sattel und mit viel Gottvertrauen durch den weichen Boden und über Wurzeln in Schussfahrt runter am Schwimmbad vorbei.

Das war jetzt noch der „gemütlichste“ Teil der Strecke, denn hier konnten Puls und Atmung von „tiefrot“ wieder in den orangenen Bereich absinken. Alles schön flach (okay, bis auf die Hürden und die paar Brücken …) und der Boden fest und griffig (bis auf die Sandkuhle und eine kleine Matschloch-Schikane) – dann kamen wieder die 3 Schlüsselstellen „lange Treppe“ und „lange, steile Laufpassagen vor und nach der Skybar“ – die haben in der Tat gefühlte 80% aller Körner gekostet.

Im 2. Durchgang der Abfahrt von der Skybar fuhr ich an 3. Stelle eines Trios – der erste Fahrer bahnte sich äußerst sachte den Weg hinab, der Fahrer direkt vor mir bremste und schlug einen kleinen Haken, so dass ich im tiefen Sand auch kurz die Bremse antippen musste und prompt zum 2. Mal unelegant vom Rad stieg. Trotzdem gelang gleich darauf laufend noch ein Platzgewinn – alles hier bei etwa 1:35:42 Std. zu sehen:

Damit ist die Geschichte zur Rennmitte auch schon praktisch zu Ende erzählt: Diesen Platz 25 konnte ich dann zwar nicht mühelos, aber ungefährdet ins Ziel fahren.

Jörg und Julia warteten dort bereits: Jörg war auf Platz 15 über 3 ½ Minuten vor mir über die Ziellinie gerollt und Julia hatte wieder massive Probleme mit der knickenden Beinarterie und musste nach einer Runde die Segel streichen – sehr schade, aber das wird in Zukunft ja wieder besser.

Direkt am Kuchenzelt hat uns der Kieler Kai dann unsere beim Start abgenommenen Sachen wieder angereicht (nochmals Dankeschön für den Service!) und wir konnten uns „ausgehfein“ machen, um das Rennen der Herren-Elite anzuschauen:

Zuvor stießen wir uns noch im Kuchenzelt die Nase (alles ausverkauft), und so gab es als Stärkung low-carb Bratwurst und Fritten.

Die Leistung der Herren war dann wirklich beeindruckend: Mit welchen Tempo die Jungs durch sämtliche Streckenteile fegten war eine Liga für sich.

Und soweit ich es mitbekommen habe, war Marcel Meisen der einzige Fahrer dem es gelang, den sandigen, wurzeligen Gegenanstieg hinter der Skybar fahrend zu bewältigen:

 

Tja, und nach diesem Rennen war das Abenteuer „DM Wochenende Luckenwalde“ auch schon wieder vorbei. Also rein in den schön vorgewärmten Bus und mit Musik, homemade Chococrossies und voller Eindrücke und Erinnerungen ging es auf die Heimreise „from BRDNBRG back to HLSTN“.

Videos vom „hamburger cyclist“ und von „thekopfkino“.

 

VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: 9. Lauf, Hamburg-Harburg

Da dieser Renntag ohne das legendären M&M-Battle auskommen musste, erzähle ich euch heute die Geschichte von den kleinen Weihnachtswundern.

Der unter den herrschenden Bedingungen technisch eher anspruchslose Kurs mit dem betonharten und damit sehr schnellen Boden sorgten für eine Strecke, auf der ich normalerweise spätestens ab der 2. Runde sang- und klanglos eingehe und in Sachen „Kraft & Geschwindigkeit“ immer Insolvenz anmelden muss – das sollte an diesem sonnigen 2. Weihnachtstag allerdings auf wundersame Weise anders sein…

Während ich beim „Warmfahren“ langsam auskühlte entschied ich mich dafür, in Rennen anstelle des Schmutz-resistentem schwarz-roten Trikots (hatte ich nur in der dünnen Variante dabei) auf die dickere und weniger kalte Intermediate-Jacke zu wechseln – die wiederum hatte ich nur im empfindlicheren „Sommer-Design“ dabei, aber unter diesen klinisch-reinen Frostbedingungen blieb auch die schön sauber. Dickere Handschuhe wären allerdings auch gut gewesen, denn die linke Hand war schon nach der ersten Runde taub und feinfühliges Bremsen und Umwerferbetätigung gingen nur noch so leidlich gut.

Dank ausgedünntem Starterfeld ging es aus der erstens Reihe los. Lange, breite Asphaltgerade + Kurve + eine noch längere Gerade = ein guter Start lag für mich schon auf dem Silbertablett.

 

So war es dann auch: Als 2. ging es in die Kurve rein und als 1. aus der Kurve heraus. An sich war ich davon überzeugt, dass ich auf der Gegengerade überholt werden würde, aber entweder hatte es niemand wirklich eilig oder mein Tempo war hoch genug – noch ein kleines Wunder.

So machte ich mich also daran, nicht nur aufgerundete, sondern meinen ersten echten und vollständigen Führungskilometer zu sammeln: Irgendwie schon ein seltsames Gefühl mit so freien Blick nach vorn die ganze Meute anzuführen.
Und teilweise gar nicht so leicht: Nach kurzer Besichtigung trotzdem eine neue und unbekannte Strecke mit vielen Richtungswechseln und ohne wirklich sichtbar in den Boden gefurchte Ideallinie – da war schon einige Konzentration nötig, um jede Kurve bestmöglich anzusteuern.

Hinter der Treppe dann steckte Tex zum ersten Mal sein Rad an mir vorbei, was ich in der folgenden Kurve noch einmal kontern konnte und wir uns noch kurz über sein schönes Manöver austauschten.

Hinter dem bergab-Singletrail ging es scharf rechts ums Eck zurück auf den Asphalt: Hier kam ich etwas aus dem Tritt, was Tex und Jeremy zum Überholen nutzen (schön zu sehen im Video): Eine gute halbe Runde „Führungskilometer“ gingen also zu Ende.

Überhaupt war dies die einzige glatte Stelle, in der 3. Runde hätte es mich hier fast geschmissen.

Eine Zeit lang konnte ich bei den beiden noch auf Tuchfühlung bleiben, aber ganz allmählich vergrößerte sich der Abstand doch.

 

Allerdings: Tex fuhr jetzt souverän von vorn und es sah nicht danach aus, dass Jeremy ihm wirklich dicht auf den Pelz rücken könnte – da bahnte sich also das nächste Weihnachtswunder an:
Nach einem wirklich starken Saisonstart in Norderstedt lief es für Tex danach ja nicht so toll. Seine aus den Vorjahren bekannte Stärke konnte er nie richtig zeigen und in so manchem Rennen hatte er nach ordentlichen Starts kräftig einstecken müssen.

Ab Mitte der 2. Runde bis weit hinein in die 4. Runde ging es dann aber richtig zur Sache: Zunächst hatte ich Kay und Sebastian direkt im Nacken und dann entbrannte ein wahres „Racing-Feuerwerk“: Im Laufe dieser 2 Runden hat es wohl bestimmt ein Dutzend Positionswechsel innerhalb unserer Dreiergruppe gegeben: Von 3 auf 4 auf 5 zurück auf 3 und so weiter und so fort – das war supergeiles Racing vom Feinsten, so viel Spaß am Stück innerhalb eines Rennens hatte ich schon lange nicht mehr – DANKE dafür, Jungs!

Das hier ist übrigens der Moment, in dem ich gerade Platz 3 unwiederbringlich an Sebastian verliere:

Bei Stichwort „Sebastian“ wäre wir damit schon beim nächsten kleinen Weihnachtswunder: Bei seinen bisherigen Starts konnte er auch noch nicht so richtig durchzünden, das hier war aber „sein Tag“. Oder wie er selbst sinngemäß im Ziel sagte: „Endlich eine Strecke für diejenigen, die nicht fahren können …“ Sicher etwas überspitzt, aber an solch einem Tag punktet vielleicht doch der größere Motor gegenüber dem feineren Fahrwerk, und die Serie des Stevens-Cups lebt ja auch von den wechselnden Strecken, deren Charakteristik und dem Einfluss des Wetters auf die Strecke. Ein paar Tage Regen bei Plusgraden und der Kurs hätte hier auch eine ganz andere Charakteristik.

Spät im Rennen konnte Sebastian sogar kurz an Jeremy vorbei auf Platz 2 vorfahren, was Jeremy aber schnell wieder konterte, sich wieder Luft verschaffte und sogar noch relativ dicht an Tex heran kam.
Der fuhr jedoch souverän seinen allerersten Sieg ein – das hat mich an diesem wundersamen Weihnachtssonntag ganz besonders gefreut, das hat sich der alte Haudegen redlich und sportlich verdient.

Ich konnte mir währenddessen nach hinten ausreichend Luft gegenüber Kay verschaffen, allerdings kam Pirat Arne nun langsam aber stetig dichter auf – eine Runde mehr und es wäre vielleicht nicht gut für mich ausgegangen.

So konnte ich aber den 4. Platz ins Ziel bringen und war in Metern gerechtet gar nicht einmal weit von Platz 3 entfernt.

Für einen kleinen Hüpfer über die Ziellinie hat die Kraft dann auch noch gereicht:

So aber war das verdiente Podium gleich doppelt frisch besetzt: Eine dicke Gratulation an die besten 3 des Tages!

Im Damenrennen waren von den 14 gemeldeten Teilnehmerinnen zwar nicht einmal alle am Start, aber Julia bestätigte mit ihrem 8. Platz ihr bislang bestes Saisonergebnis aus Mölln und hat sich auch in der Gesamtwertung in die Top Ten vorgearbeitet.

Und wie man sieht, geht das Treppenlaufen noch ganz bequem mit Nasenatmung:

Apropos Gesamtwertung: In der Momentbetrachtung konnte ich mich hier im M&M-Battle vorbeischieben. Bereinigt man den aktuellen Stand aber um das eine Streichergebnis, dann liegt Mario um 2 Zähler vorn. Es wird also in Buchholz noch einen richtig spannenden, furiosen, nie da gewesenen, epochalen Showdown geben – STAY TUNED …

Apropos tuned: Den Soundtrack des Tages hat uns dieses Mal der gute, alte Billy ins Ohr geträllert:

Bewegte Bilder (Hobby Ü50/Damen ab etwa 36:16 Min.):

Und um die lange Zeit bis Buchholz und bis zum City-Cross zu überbrücken, wird die Cross-Brigade des CTH am übernächsten Wochenende die sandigen Böden Brandenburgs im Rahmen des Hobby-Rennens der DM in Luckenwalde unter die Räder nehmen.

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667, [URL]https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/2021/12/27/bilder-vom-stevens-ccc-in-hamburg-harburg-26-12-2021/[/URL]), Video vom „hamburger cyclist“ und weitere Bilder von Tex.

VonMarco

„Cyclocross-Serie“, 2. Lauf: Großensee

Schon eine ganze Woche her – da muss ich jetzt wohl mal meine paar Zeilen loswerden zum 2. Lauf der https://www.cyclocrossserie.com/, die -frei nach Douglas Adams- in diesem Winter als an sich vierteilige Trilogie daher kommt. Den ersten Lauf im Cyclocross-Land hatte ich ausgelassen und war nun gespannt, was mich am Großensee erwartete.

Am Vortag war ich noch ein wenig am herumnöhlen, dass der Boden in Elmshorn zu fest und der Kurs damit sehr schnell war.
Als Sascha abends über die WhatsApp-Gruppe etwas von nasser Wiese schrieb, witzelte ich noch, dass es ja nicht so schlimm werden würde wie beim Ethias-Cross in Essen/Belgien – nun: Dieser Witz sollte mir am nächsten Tag im Halse stecken bleiben …

Schon beim Einparken sah ich u.a. Sonja, Marcel und Frank sich redlich auf dem Parkplatz-Wall abmühen – so richtig glücklich wirkte keiner.

Also rauf auf´s Rad im Nieselregen und selbst angucken, was uns da heute erwartet. Tja … auch wenn mir tiefe, matschige Böden und technische Herausforderung grundsätzlich entgegen kommen – heute war ich vor´m Rennen wohl noch nöhliger.
Am schlimmsten war es aber wohl, nach der Streckenbesichtigung die eine Stunde bis zum Start bei diesem kalten, nassen Mistwetter zu überbrücken.

 

Am Start eine kleine Überraschung: Die Aufstellung erfolgte nicht nach de Ranking des 1. Laufs, sondern war ausgelost worden. Kam für mich aber im Ergebnis auf´s selbe heraus: Letzte Startreihe.

Das war mir aber egal, denn die Startgerade war lang, breit und leicht ansteigend – da bieten sich immer Lücken und Gelegenheiten, und so war es auch: Nach etwa 50 Meter konnte ich bequem rechts an vielen vorbeiziehen und als es vom Asphalt runter ins Gelände ging, war ich schon auf Platz 4 vorgefahren.

 

 

Dann leicht bergab auf die erste Spitzkehre zu – ich sprang gleich freiwillig vom Rad um hier ums Eck zu laufen, der spätere Sieger Matthias vor mir wollte fahrend herum und ging unfreiwillig vom Rad. Im Eifer des Gefechts gab es beim Rad aufsammeln eine Berührung zwischen uns mit dem Ergebnis: Bein-heil, -ling kaputt:

Wie man auf dem Video des Hamburger Cyclist siegt, waren hier in der ersten Runde waren die Schritte noch recht locker und dynamisch, dieser Eifer siechte später Runde und Runde langsam dahin. Aber erst einmal war ich noch ganz gut dabei, konnte den 3. Platz aber nicht lang halten: Nach den beiden Strandpassagen war ich schon auf Platz 7 zurückgefallen und hatte Mario direkt im Nacken.

Dann ein bisschen bergauf Richtung Spielplatz und dort durch die Sandkiste

weiter auf die im mittleren und hinteren Teil völlig durchnässte Wiese – NACH dem Rennen kann man wohl nur noch von der EHEMALIGEN Liegewiese reden.

Fahren hatte keinen Sinn und wäre nur vergebliche Kraftverschwendung gewesen. Also Rad auf die Schulter und Laufen durch den Knöcheltiefen Schlamm – dabei kam mir in dem Sinn, ich sollte mir doch einmal vom Weihnachtsmann ein paar wasserdichte Goretex-Socken wünschen.

Nach dem Schlamm ein kurzes Stück Parkplatz, Hügelchen unter Anfeuerung rauf und dann auf dem guten Sandweg entlang der Straße erst einmal durchschnaufen, ehe es zur Treppe ging.

Das Schönste: Der Abstand nach hinten wuchs langsam aber beständig und einen Platz konnte ich auch noch gut machen, indem ich doch tatsächlich an „Jungspund“ Gunnar vorbei kam.

Irgendwann hatte ich dann nicht mehr nur Mario, sondern Stefan und Mario hinter mir, allerdings ständig mit gut kontrollierbarem Respektabstand.

Tja, und wenn man die großen Jungs am Sonntag Nachmittag mal so richtig ausgiebig im Klackermatsch spielen lässt, wird das auf der Ziellinie mit einem tiefenentspannten Lächeln belohnt:

So lautet die Wochenend-Bilanz im großen M&M-Battle 1:1.

Marcel, nach vielen, vielen Monden auch einmal wieder beim CX am Start, schlug sich auch wacker und fuhr immerhin in die Top Ten.

Apropos Wertung: Wenn man die „Hobby Masters“ noch in Ü40/Ü50 trennen würde, dann sähe das so aus:

Auch ganz charmant: M&M zumindest virtuell auf den beiden seitlichen Treppchen. 😉

 

 

 

Der Film zum Rennen, Hobby-Masters ab 1:07 Std.:

 

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667, https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/2021/12/14/bilder-von-der-cyclocross-serie-in-grossensee-12-12-2021/), Strecken-Video vom „hamburger cyclist“, Start-Video und weitere Bilder von Manne und Urs.

 

VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: 8. Lauf, Elmshorn

Ja, es ging eigentlich ganz schön los und für das M&M-Battle hatte ich mir auch „vollen Einsatz“ vorgenommen. Und da es ja „Cross am Butterberg“ heißt, kamen auch Mütze & Socken mit Polka-Dots zum Einsatz.

Nein: Nicht aus Größenwahn, sondern einfach um schon einmal optisch zu zeigen: Heute ist Attacke angesagt!

Und um musikalisch auch beim Thema „Berg“ zu bleiben, gab es zur Einstimmung für die Anreise ein bisschen österreichische Volksmusik auf die Ohren:

Wegen der bekannt engen Wege passen ja nur wenige Fahrer nebeneinander in die Startaufstellung, also hieß es „hinten anstellen“, aus der 2. Reihe ging es los – was mich nicht daran hinderte sehr gut zu starten, es ging gleich bis auf Platz 4 nach vorn hinter den 3 üblichen Verdächtigen.

Von diesem Logenplatz konnte ich mir noch schön angucken, wir Jörg an Jeremy vorbei auf seinen angestammten Platz 2 vorfuhr, während ich versuchte an Jeremy dran zu bleiben – was nur eine halbe Runde lang gut klappte, dann ging die Lücke langsam aber unaufhaltsam auf.
Immerhin konnte ich meinen Platz noch bis zur ersten Zielpassage halten, noch vor der Treppe hatten es Pirat Arne und der Kieler Kay dann aber eiliger als ich. Direkt nach der Treppe fuhr noch der spätere Tages-Dritte Jochen an mir vorbei.

Das Ungeschick passierte dann in der „Wurzel-Sand-ums-Eck-Schikane“:

Irgendwie kam ich ins schlingern, habe es noch fast retten können – aber eben nur fast und nicht ganz – zumindest das Rad ging zu Boden. An sich war ich schnell wieder klar zur Weiterfahrt, aber dummerweise war die Kette nach innen auf´s Tretlagergehäuse gefallen – am Ketten“fänger“ vorbei und ließ sich nun nicht mehr daran vorbei zurück nach oben fädeln oder bugsieren. Nach einigem erfolglosen Herumgestochere – Fahrer um Fahrer fuhr hinter meinem Rücken vorbei – drehte ich das Rad auf den Kopf, fingerte weiter an der Kette herum, betätigte den Umwerfer und irgendwie gelang es dann doch unter lautem Fluchen, die Bella Macchina wieder zum Laufen zu bringen. Statt Platz 7 war ich nun aber auf der 15 unterwegs.

Nach einer fluchend und zeternd zurückgelegten Runde hatte ich mich immerhin an die vor mir liegenden Frank und Kai herangetastet und beide bald darauf auch überholt. Tja, von nur an war es nicht mehr sehr spektakulär – die Wurzel-Sand-ums-Eck-Schikane funktionierte und weit vor mir war Uhrwerk Stefan zwar in Sicht, aber letztlich unantastbar weit weg. Die ins Ziel gebrachte „13“ passt also irgendwie zum entscheidenden Moment des Rennverlaufs.

Julia hat sich auch wieder gut geschlagen und ist bei den Hobby-Damen nur knapp an den Top-10 vorbeigeschrappt.

Denkwürdig dieser Moment in Jörg´s Rennen: Im Rennen konnte er sich tatsächlich an Serien-Sieger Thomas vorbei an die Spitze setzen.

Leider war das nur eine Momentaufnahme, am Ende ging es aus wie (fast) immer.

Zum Runterkommen nach so viel Aufregung gab es für den Heimweg noch ein bisschen „klassische“ Musik…

Und Zuhause flog der fu**ing SRAM-Kettenfänger sofort vom Rad und in die hinterste Ecke der Werkstatt.

 

Film zum Rennen: https://youtu.be/_XcV8N3tZbo

VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: 7. Lauf, Bad Oldesloe 

Premiere: Der RV Trave zum allerersten Mal im SCC dabei mit einem Rennen auf dem Travering – neben Mölln mein zweites „Heimatrennen“.
Dieses Wochenende stand für mich dabei ganz im Zeichen des legendären  M&M-Battle™. Anfangs der Saison sah es sofort nach einer sehr klaren und damit langweiligen Angelegenheit aus:
Hannover: 1:0 für Mario. Norderstedt: 2:0 für Mario. Neu Duvenstedt: Hoppla, ein Lebenszeichen, nur noch 2:1. KaltenRegen: 3:1.
Mölln I würde ich für´s Battle mal als „Streichergebnis“ verbuchen: Der blöde Plattfuß hat ja unfair dazwischen gegrätscht: 3:1 (0). Mölln II: 4:1 (0) für Mario.
Das heißt: Der Ball lag auf dem Elfmeterpunkt. Oder es gibt 4 Matchbälle. Allerhöchste Eisenbahn. Es pressiert. Oder welche Metapher man auch immer bemühen mag: Ich war und bin ganz schön in Rücklage, ab jetzt geht´s um die Wurst. Ist doch schon schlimm genug, dass ganz vorn der Kampf um die Gesamtwertung quasi entschieden ist – da können wir dahinter doch nicht auch noch die gleiche Langeweile bieten – DRAMA BABY, wir müssen die Spannung aufrecht erhalten und wenn möglich sogar noch zuspitzen. Ich musste mir also was einfallen lassen, quasi „den Nagel auf den Kopf treffen“.  😉
Nein: Bloß nicht anfangen ernsthaft zu trainieren – Training ist ein Zeichen von Schwäche, außerdem hochgradig anstrengend.
Um göttlichen Beistand bitten? Ich bin Agnostiker, die Sache fliegt also auf wenn ich jetzt plötzlich religiös werde. Aber im Grunde war das schon keine ganz schlechte Idee, dann hole mir halt Beistand von „ganz oben“, nämlich vom Cross-Olymp:
Als Erstes Maßnahme den Beistand des Masters-Welt-, Europa- und Deutschen Meister holen, dafür habe ich mich am Sonnabend bei Armin Raible´s Fahrtechniktraining eingeklinkt: Streckenbesichtigung, besonderes Augenmerk auf neuralgische Punkte mit ein paar Tipps vom Könner. Für eine ruhige Nacht sorgte diese Preview nicht, denn der Kurs ging wahlweise bergauf, bergauf, bergauf, bergauf oder bergauf. Alles auf nasser, moosiger Wiese. Okay, hier und da ging es auch ein paar Meter bergab oder über Asphalt, aber das bedeutete nichts – alles deutete darauf hin, dass spätestens in der 2. Runde die Laktatvergiftung droht. Immerhin gab es weder Sand noch Treppen oder echte Hürden, dafür war der Kurs an mindestens 2 Dutzend Gelegenheit so gesteckt, dass man sich da ganz böse verdaddeln kann.
Als Zweites erschlich ich mir den Beistand des mehrmaligen Welt- und belgischen Meisters WvA: Dafür mussten Käppie und Socken aus Beständen seines ehemaligen Teams herhalten.
Ganz unaufgefordert gab es während des Warmfahren am Sonntag noch ein Zeichen: Ein wunderbarer Regenbogen tauchte über der Trave auf – jawoll, das muss heute klappen!
Ja, der Sonntag: Nachts hatte es kräftig geschüttet und die ersten Rennen hatten an vielen Stellen das Unterste des Bodens nach oben gekehrt und was sich gestern noch halbwegs fluffig fahren ließ, das war heute nur noch Geschiebe und Gerutsche.
Unser WAV Manfred tat dann so, als würde er uns etwas Gutes tun als er sagte, dass es „nur 4 Runden“ werden würden. Erst während der Fahrt dämmerte es mir, dass es wegen der speziellen Starteinleitung ja in Wirklichkeit 4 ½ Runden sind – so kann man sich täuschen (lassen). Als weiteres Einlull-Manöver steckte Manfred ganz Lizenzler-like auch bei uns Hobbyletten in der ersten Startreihe noch einmal die Reifenbreiten-Schablone über die Pneus – wusste er etwa etwas von meinem weltmeisterlichen Beistand?
Der Start selbst ein echter Uphill-Sprint: Ich verfehle mein linkes Pedal und hole mir erst einmal eine blutige Schramme am Knöchel anstatt gut loszufahren. Da Startfoto sagt, dass ich wohl so etwa als Neunter vom Fleck komme.
Halblinks rein auf die Wellen-Wiese, immer noch bergauf: Zwei Plätze kann ich hier schon gutmachen. Kurz auf den Asphalt (hier habe ich Jörg „kassiert“) und dann rein ins „Stilfser Joch“:
Unten noch hinter Mario
 oben neben ihm und dabei schon an Tex vorbei.
Rauf auf den Sattel und vor der nächsten Schikane vorbei an Mario.
Dann das schönste Stück der Strecke: Gut bergab über den Asphalt, laufen lassen – und vorbei an Pirat Arne – Platz 3 und direkt am Hinterrad von Jeremy. Ab jetzt wird es aber richtig anstrengend – gefühlt „Wiese uphill only“.
Die ersten Schlängel und Huckel kommen
an den Bauwagen noch einmal kurz durchschnaufen – denn danach wird nur noch laut geschnauft: Die Auffahrt rüber in die alte BMX-Bahn ist der von mir am meisten gehasste Abschnitt – gefühlt zieht er die meisten Körner aus den Beinen.
Im Infield der Bahn dann der Team-interne Platztausch: Jörg jetzt auf 3 mit freier Fahrt nach vorn, ich auf Platz 4.
So weit, so gut, das ist in der Frühphase eines Rennens nicht mehr so ungewöhnlich. Aber was jetzt kam – das war ungewöhnlich: Der weltmeisterliche Beistand fing an zu wirken. Anstatt nun leistungsmäßig abzusacken und Platz um Platz hergeben zu müssen, passierte … nichts. Naja, nicht ganz „nichts“, aber an meiner Platzierung sollte sich nichts ändern.
Mario war hinter mir, aber mit etwas Abstand der sich auch nicht nennenswert änderte. Selbst als ich hier auf den Wiesen-Kehren einmal zu Boden musste (zu zackig in die Kurve, erst ging das Vorderrad weg, dann knickte ich im Fallen gleich einen Pfahl der Streckenmarkierung um) änderte sich unsere Distanz kaum: Ich kam augenblicklich wieder auf die Füße und mangels Schwung auf dem tiefen Geläuf rannte ich hier einmal die Hügel hinauf bis zur nächsten Kehre.
Hinter Mario kam RG Uni-Jörg immer näher und überholte ihn schließlich – er war nun mein direkter Verfolger, ohne mir aber kaum näher zu kommen als zuvor Mario.
Es lief also und ich ließ das Rad laufen wo immer es ging, bis endlich das lang ersehnte Ziel da war:„Holzmedaille“, Platz 4 – meine beste Platzierung aller Zeiten im SCC.
Viel wichtiger aber: The Battle™ steht nun 4:2 (0), also ein echtes Lebenszeichen gesendet und den erste Matchball abgewehrt.
Jörg kam „wie fast immer“ auf Platz 2 ins Ziel.
Julia war als Neunte abermals in den Top 10 der Damen
und Jan bei den jungen Männern auf Platz 14 – er robbt sich also auch so langsam aber sicher an die TOP 10 heran und hat dabei noch Zeit mit der Kamera zu flirten:
Fazit: Das Wochenende auf dem Travering hat einen riesigen Spaß gemacht. Vom Giro Stormarn oder Straßen-Landesmeisterschaften weiß man ja, dass der RV Trave Veranstaltungen sehr gut organisieren kann. Aber als Erstlingswerk im SCC solch ein tip-top organisiertes Cross-Event auf die Beine zu stellen – davor ziehe ich die weltmeisterlich unterstütze Renn-Kappe; die Socken lassen ich mal lieber dort, wo sie hingehören. Einen besonderen Dank an den Streckenchef als „Master of Desaster“:
Was fehlt noch? Richtig: Der Soundtrack des Tages. Da ich nur 11 Minuten Anfahrt hatte, musste es also etwas sein, was sofort und ohne Unschweife etwas „auf die Zwölf“ gibt. Manch einer sagt, die Foxboro Hot Tubs würde ein bisschen wie Green Day klingen – aber nein, das kann doch nicht sein, das würde doch drauf stehen …

Ein paar bewegte Bilder hat Jan für uns aufgenommen:

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667, https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/2021/11/22/bilder-vom-stevens-ccc-in-bad-oldesloe-21-11-2021/) und Alexander vom RV Trave, https://drive.google.com/drive/folders/1gTN4BngK6VeWGyN0itvPVXBaeVjU8lVf ), Strecken-Video von Jan D.
VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: Lauf 6, Mölln, Tag 2

2. Tag in Mölln: DOPPELWOCHENENDEN – wie ich sie doch „liebe“. Zum Glück fühlte ich mich heute aber nicht ganz so zerstört wie am vergangenen Sonntag, von daher lief der ganze Tag wesentlich leichter an.

Jörg und Julia sind schon da, bestens präpariert und informiert, was die heutige Strecke (gleicher Kurs wie gestern, nur in entgegengesetzter Fahrtrichtung) betrifft.

Ich fahre rum und bin erleichtert: Der Parcours hat heute einen spürbar besseren Flow, speziell die Waldpassage ist zwar hoppelig, aber nicht kräftezehrend so wie gestern. Im Grunde sind nur der „Pumptrack“ etwas unrythmischer als am Vortag und die lange Passage an der Außenseite hatte Gegenwind und scheint in der heutigen Richtung zäher zu laufen.

Neben uns Dreien als „Stammkunden“ gesellen sich noch Jan für die U40 und Dittmar, Frank & Wolfgang für die Ü50 dazu – also ist unser CTH gut auf der Strecke vertreten, hinzu kommen die Fans, Supporters und Groupies auf der Tribüne.

Startaufstellung wie gestern: Erste Reihe und der Gesamt-Führende Thomas muss wg. seiner verspäteten Meldung wieder von hinten losfahren.

Mein Start läuft wieder prächtig: Unten in der ersten Kurve fädele ich hinter Jeremy und Jörg als Dritter ein. So geht es auch durch die nächste Kurve, bergauf in den hinteren Teil der Strecke und um die nächste Kurve.

Die hier zum Kurs gehörenden „Schikanen“ (erst links am Hang, dann noch einmal rechts, direkt vor dem „Mölln-Schriftzug“)

wurden bzw. sollten wegen der engen Startphase in der ersten Runde nicht gefahren werden. An der links liegenden Schikane waren wir schon vorbei, da schlug Jeremy den Weg rechts in die –eigentlich nicht zu fahrende- Schikane ein und, strauchelte dabei etwas und schmiss dabei wohl einen der Absperrpfosten um. Jörg hatte direkt hinter ihm auch den falschen Weg gewählt, bekam es mit dem fliegenden Pfosten zu tun und stürzte im Vorwärtssalto zu Boden.

Ich war „auf dem Pfad der Tugend“ geblieben, sprich geradeaus durch den Erstrunden-Bypass durch und lag nun ganz kurz in Führung (Memo: Der zweite Führungs“kilometer“.), wurde jedoch kurz vor der Einfahrt in den Wald-Trail wieder von Jeremy überholt.
Hinterm Wäldchen überholte Paulianer René und vor der Schnecke kam auch schon Thomas vorbeigeflogen.

Später dann auf der langen Außenbahn zogen Mario und die Piraten Arne und Kay vorbei: Der M&M-Battle war insofern nur eine kurze Vorbeifahrt (ICE vs. Güterzug); gegen die Mehr-PS konnte ich nichts ausrichten. Auf Platz 6 fuhr ich also das erste Mal über die Ziellinie, von hinten drückte Tex dabei mächtig.

Hinter dem Wäldchen auf der breiten Sandbahn konnte ich gegen Pirat Arne (immerhin Gesamtdritter) wieder einen Platz gut machen – das passiert mir ja auch nicht alle Tage. Tex konnte ich weiterhin hinter mir halten, dafür kam der Kieler Kay bald vorbei und zog nach und nach auch auf und davon.

Arne konnte ich noch bis in die frühe 4. Runde hinter mir halten, aber der hatte sich für die Schlussrunde noch einen Brikett aufgespart: Turbo gezündet und hinter der Erdkrümmung verschwunden!

Gemütlich die Runde zu Ende fahren ging leider auch nicht: Tex hatte zwar etwas an Boden verloren, dafür saß mir ein Dreier-Paket aus RV Trave-Stefan, RG Uni-Jörg und P19Veloclub-Daniel im Nacken: Also hieß es: Vor allem technisch sauber fahren, überall wo es ging viel Schwung mitnehmen und dazwischen treten, treten, treten. Das klappte auch besser als erwartet: Mit mehr als nur `ner Handbreit Wasser unter´m Kiel ging es als 8. ins Ziel.

Jörg konnte nach seinem Sturz zwar zunächst weiterfahren, musste aber noch einmal „an die Pits“ und den losen Bremshebel richten lassen: Der drohte sich zu lösen und so kam er letztlich nur als 16. ins Ziel.

Die nicht so Cross-affinen Dittmar, Wolfgang und Frank schlugen sich auch wacker und kamen als 18., 28. Und 32. Über die Linie, wobei Wolfgang mit dem größten Einsatz unterwegs war (auf Kosten einer gebrochenen Rippe), was ihn aber nicht daran hinderte, das Rennen zu Ende zu fahren!

In der U40-Klasse fuhr Jan auf Platz 21 und bei den Damen hatte sich Julia richtig „eingegrooved“, luchste zum Ende hin Sonja noch einen Platz ab und holte so den „zweiten Achter des Tages“.

Dass der Frank am Sonntagmittag gern einmal jungen Damen auf das Hinterteil guckt, nun … das verheimlichen wir dann lieber an dieser Stelle.

 

 

Was gab es sonst noch unwichtiges? Der Soundtrack war ja leicht zu erraten, „Changes Two Bowie“.

Und was war in Marco´s Modestübchen los? Socken & Mütze gab es heute passend zum Rad.

 

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667), Bilder vom Stevens CCC in Mölln – 14.11.2021 – Helmuts-Fahrrad-Seiten.de

Mit dem „Hamburger Cyclist“ habe ich auch noch ganz kurz geschnackt. Sein Film vom ist mittlerweile auch „online“, ~ab Minute 42:30 beginnt das Hobby Ü50 und Damen-Rennen: https://youtu.be/pKqzJ-r64r0

VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: Lauf 5, Mölln, Tag 1

Erster Tag in Mölln: DOPPELWOCHENENDEN – wie ich sie doch „liebe“. Aber egal, heute ging es mit frischen Kräften ans Werk.

Jörg und Julia waren schon da und Julia hatte dank „Armin-Raible-Training“ am Vorabend einiges über die Strecke zu berichten.
Also auf zur ersten Inspektionsrunde: Nicht ganz ohne Flow, aber natürlich nicht so schön leichtgängig wie zuletzt vor zwei Jahren, als es staubtrocken war.

Wirklich eklig fand ich nach der Schnecke und dem Tunnel den zäh-klebenden Boden auf der breiten Geraden und die daran anknüpfende Waldpassage: hoppelig, kräftezehrend und schier endlos.

Als frische Kräfte gesellten sich zu uns noch Jan für die U40 und die beiden kleinen Dirks für die Ü50 dazu – absoluter Teilnehmer-Rekord für das noch junge CTH im Stevens-Cup, außerdem noch Michael und Björn als Supporter auf der Tribüne.

Startaufstellung: Durch fleißige Punktesammelei habe ich mich bis in die erste Reihe gedient. Der Gesamt-Führende Thomas steht nur als Nachmelder in der Liste und muss sich hinten einreihen – kleiner Vorteil für Jörg.

Mein Start läuft gut und auch Jörg kommt zur Abwechslung gut aus den Startblöcken. Unten in der ersten Kurve sehe ich den alten Haudegen Tex aus dem Augenwinkel: Nachdem es vergangenes Wochenende nicht so lief, scheint er zu alter Stärke zurückgefunden zu haben.

Oben kurz hinter den Hürde geht Jörg vorbei und heftet sich an die Fersen des führenden Jeremy, den ich bald darauf aber auch noch überholen kann. Der kurze Zwischenstand ist also ein Bild für die Ewigkeit: Das CTH auf den ersten beiden Plätzen – schade nur, dass ich so etwas nicht lange verteidigen kann.

 

Bis zur Zufahrt der Schnecke konnte ich den Platz noch behaupten, hier rauschten aber Jeremy und Thomas an mir vorbei – gut, Vierter, dieser Platz blieb mir noch bis zur ersten Zielpassage erhalten.
In der zweiten Runde musste ich mehr Federn lassen: Erst zogen die Piraten Kay und Arne an mir vorbei.

Wenig später folgten der Kieler Kay, RV Trave-Stefan und Sven, so ging es als Neuntplatzierter weiter. Eine Weile konnte ich noch auf Tuchfühlung bleiben, aber nach und nach zogen die Jungs davon – speziell oben im Wald habe ich unendlich viele Meter verloren.

Von hinter kam Uhrwerk-Stefan peu a peu näher – allerdings nicht mehr dicht genug heran, so dass ich den 9. Platz ins Ziel bringen konnte.

Apropos Stefan: Wo war Mario? Wie ich später erfuhr, hatte er schon kurz nach der Startphase einen Plattfuß. Er hatte zwar Glück im Unglück, dass er auf ein anderes (fremdes) Rad wechseln konnte, aber der entstandene Rückstand ließ sich auf dem etwas zu hoch eingestellten Rad nicht mehr wettmachen. Damit fiel also das M&M-Battle am heutigen Tage aus.

Und ganz vorne? Jörg konnte das Ding nach Hause fahren: Erstmals „verkehrte Welt“ auf dem Podium und Thomas „nur“ auf 2, Jeremy wie mehrmals zuvor auf 3.

Unsere beiden Dirks landeten auf den Plätzen 21 und 22, Jan bei den U40 auf Platz 14 und Julia schnüffelte mit ihrem 11. Platz bei den Damen schon einmal an den TOP10.

Schön, dass es Julia zum Ende hin zumindest ein bisschen warm wurde und die Armlinge runterruntschen durften …

 

Was gab es sonst noch unwichtiges? Der Soundtrack für die Anreise muss für Mölln ja zweiteilig ausfallen. So fiel die Wahl für Tag auf „Changes One Bowie“. Ist natürlich nicht schwer zu erraten, was morgen dran ist.

Apropos Bowie, Stichwort „Fashion“: Da hatte ich bei Socken & Mütze heute das zumindest optisch schnellste Setup gesetzt.

Zuhause angekommen gab es erst einmal eine heiße Dusche und als Anschauungsmaterial die Live-Übertragung von Ethias-Cross in Leuven. Danach noch das Rad für morgen schön machen und nach dem Abendessen wurde die Äugelein schon ganz schwer – also ging es mit gespannter Vorfreude auf den zweiten Tag in die Ruheposition.

Ein Filmchen gibt es auch schon: Ab ~Minute 43 starten Ü50 und Damen.

https://youtu.be/0FJvj_pp5Tc

 

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667), Bilder vom Stevens CCC in Mölln – 13.11.2021 – Helmuts-Fahrrad-Seiten.de

VonMarco

STEVENS-CycloCross-Cup 2021/22: Lauf 4, Kaltenkirchen

Sonntagfrüh, wache auf, fühle mich wie tot – alles tut weh: Muskeln, Sehnen, Knochen, Knorpel und der traurige Rest.
Spürt man als Toter noch Schmerz? Mir doch egal.

Da kommt mir eine alte Radsport-Phrase in den Sinn: „Wo Schmerz ist, da ist noch Leben.“ Bin also doch noch am Leben oder zumindest untot. [Memo an mich: 5 € ins Phrasenschwein stecken.]

Dann musst du also aufstehen: Der Hund wartet auf´s Gassigehen. Eine Dreiviertelstunde später sind einige Knochen schon etwas gängiger als zuvor.

2 Wildlachs-Brötchen, 1 gekochtes Ei und viel zu viel Kaffee später bin ich sogar ansprechbar – gut, da im Liegen ja auch alles weh tat, kann ich mich dann doch auch ins Auto setzen und nach Kaltenkirchen fahren.

Kaltenkirchen hieß übrigens ursprünglich mal „Kalter Regen“. Um aber arglose Menschen hierhin zu locken wurde der zweite Namensteil durch etwas geistlich-erbauliches ersetzt. [Memo 2 an mich: Bei Gelegenheit damit an die Öffentlichkeit gehen und diesen Betrug anprangern.]

Besichtigungsrunde: Nicht all zu viel verändert gegenüber dem Vorjahr – vom tiefnassen und an ausgewählten Stellen schlammigen Boden einmal abgesehen. Die „Medium-Bereifung“ des Vortags hinterließ aber kein vertrauenserweckendes Gefühl, daher musste der 2. Laufradsatz mit den Challenge Limus ran – damit war ich zumindest materialmäßig perfekt unterwegs.

Mit Sonja zusammen ein paar Warmfahr-Runden im ovalen Plaudermodus. Alles anderen die auch gestern dabei waren wirken auch ein wenig untot – tröstet ein bisschen. Wer fehlt ist „der Kanarienvogel“ Lars: Wollte angeblich spätestens hier auftauchen. [Memo 3 an mich: Der steckt auch in der Kaltenregen-Verschwörung mit drin – trau ihm nicht!]

Wieder aus der 2. Startreihe ging es los:
In der ersten 180° Kehre einige Plätze gutgemacht, auf der folgenden Geraden auch noch – nur noch Jeremy vor mir, den ich in der zweiten Kehre überhole. Ich liege in Führung – zwar nur ~50 Meter bis Jeremy wieder vorbeizieht, aber nicht schlecht für untot.
[Memo 4: Wenn angefangene Kilometer zählen, war das mein erster Führungskilometer im Stevens-Cup.]

Schikane und ab den Berg hinauf: Noch an 2 liegend geht es fahrend hinauf – es hilft ungemein , wenn man hier nicht im Verkehr steckt.

Allerdings ging das wirklich nur in der ersten Runde, später fehlte mir einfach die Kraft und ich habe mir an gleicher Stelle gern mal die Füße vertreten.


Oben auf dem Sandweg zieht wie erwartet Thomas vorbei und auch Jörg heftet sich an seine Fersen. In der ersten Schlamm-Kehre bei Schützenhaus überhole ich Jeremy und es geht in die Kehren des grünen Hügels Richtung Sandkästen: Welch ein Bild, hinter dem Führenden die beiden CTHler auf 2 und 3, allerdings dicht gefolgt von einer ganzen Herde und mir war schon klar, dass das kein gutes Ende nehmen würde.

Über die erste Runde konnte ich mich noch halbwegs gut auf Platz 4 behaupten, allerdings lag ich heute in Mario´s Fadenkreuz – durchgeladen und entsichert hatte er auch schon und ließ mich noch bis zur ersten Zieldurchfahrt zappeln, zog dann aber auf und davon.

 

Später im Rennen sollte auch noch sein „Cyclocross-Hamburg“-Teamkamerad Stephan „das Uhrwerk“ folgen und letztlich vor mir über die Linie fahren: Nach dem ich gestern das bessere Ende für mich hatte, schlug nun also das Imperium zurück!

Kräftezehrender Boden und müde Beine, so gingen mit jeder Runde weitere Plätze flöten, bis auf Rang 12 wurde ich durchgereicht: Allerdings konnte ich gegen Rennende sogar noch 2 Plätze zurückergattern, so dass sich mich alle Mühen immerhin noch in die Top 10 getragen haben. Jörg war „wie immer“ als Zweiter ins Ziel gekommen.

Eine kalte Dusche gab´s zum Zieleinlauf übrigens noch gratis – ich glaube Jörg ahnte auch, dass Kaltenkirchen ursprünglich mal …

VonMarco

Stevens CycloCross-Cup 2021/22: Lauf 3, Neu Duvenstedt

Im vorletzten Jahr bin ich ja zum ersten Mal auf dem Kolonistenhof in den Hüttener Bergen unterwegs gewesen, mein Fazit damals: „Ich liebe diesen Kurs.“
Irgendwie hat die Strecke etwas „Belgisches“, könnte auch nahtlos in Serien wie dem Superprestige, Ethias Cross oder der X²O-Trofee hineinpassen – gewissermaßen „der Flandrien“ unter den SCC-Kursen, daher habe ich als Zeichen des Danks und der Hochachtung das Käppie in belgischen Farben und die Socken mit dem „Leeuw van Vlaanderen“ aus dem Schrank gegrabbelt.


(Das Bild ist nach dem Rennen entstanden; vorher wären die Socken sauberer gewesen…)

So perfekt ausgestattet ging es an den Start: In der Zweiten von gar nicht mal so wenigen Reihen durfte ich mich aufstellen.

Was hat sich an der Strecke geändert? Die kurze Sandkiste fehlte, das Treppchen ließ sich dieses Jahr sehr gut hochrollen und gefühlt doch in vielen Teilen deutlich enger gesteckte Kurven als beim letzten Mal – kommt mir sehr entgegen, das macht die Sache langsamer und gegenüber dem (immer noch wichtigen) Druck auf dem Pedal kommt dem Auge für die beste Linie, dem präzisen Lenken und Bremsen sowie einem gut geeichten Popometer mehr Bedeutung zu.

Direkt im Windschatten von Seriensieger Thomas ging es die ansteigende Startgerade hinauf, ganz vorn sammelte Mario seinen ersten Führungskilometer: Ich finde, über solche scheinbar belanglosen, aber irgendwie doch auch bedeutsame Randnotizen sollten wir hier auch solch eine Statistik wie in der Formel 1 führen… 😉

Der Grasboden lief zäh wie immer, dafür war hier oben auf dem Grünen Hügel im Rennmodus nichts mehr von dem Wind zu merken, den ich bei der Streckenbesichtigung noch unangenehm empfand – manche Dinge gehen im Rauschen des 180er Pulses einfach unter.
Das Podest-Dreigestirn fing bereits hier an unaufhaltsam dem Rest des Starterfeldes zu enteilen; dahinter ging es deutlich enger zu – und ich zur Abwechslung mittendrin statt nur dabei.

 

Meinen Battle-Spezi Mario hatte ich bei der ersten Wäldchen-Passage direkt im Fadenkreuz, konnte ihn mir ein wenig zurechtlegen und zog dann auf der Start-/Ziel-Geraden vorbei – kaum zu glauben, aber wahr.

Das mochte er natürlich so nicht stehen lassen und kassierte mich oben im Gras wieder – ohne jedoch weg zu kommen, und so bot sind im Schräghang die nächste Überholgelegenheit für mich. Kleiner Spoiler: Die Reihenfolge dieses Duells sollte sich auch bis ins Ziel nicht mehr ändern – somit ist die gesamte Saison 21/22 für mich persönlich schon einmal gerettet! 😉
Arne ist in dieser Saison auch mit richtig gutem Druck unterwegs – der hatte im Wäldchen zwar einen kleinen Patzer, aber nachdem er wieder vorbei ging zog er auch auf und davon.

Dann gingen noch Paulianer Rene und der Kieler Kay vorbei: An Kay konnte ich bis zum Ende zwar dran bleiben, da ich speziell in den engeren Kurven oder Bergab-Passagen immer wieder heranrollen konnte, aber zum Starten eines Überholmanövers fehlte einfach Kondition: Überall wo es ums kräftige Treten ging, konnte er sich wieder gut Luft verschaffen.

Von hinten drängten allerdings auch noch Sven aus Neumünster und Mario: Die blieben mit nur wenigen Metern Abstand hinter mir, so dass ich wirklich bis zum Ende der 5. und letzten Runde so gut es eben ging Gas geben musste – mit Erfolg, den 7. Platz konnte ich tatsächlich ins Ziel bringen.

Jörg hatte (wie man sieht) unterwegs allergrößten Spaß und fuhr wieder souverän auf´s Treppchen:

 

Das hat wieder allergrößten Spaß gemacht – eine tiefe Verneigung und großen Dank an die „Büdelsdorfer Flamen“!

Und natürlich auch wieder einen großen Dank an unseren unermüdlichen Fotoreporter Michael – wie man sieht, hatte er das Gegenstück zur Luftgitarre, die Luft-Kamera, dabei!

Bilder von Michael Richter (aka. Mike667, Bilder vom Stevens CCC in Neu Duvenstedt – 06.11.2021 – Helmuts-Fahrrad-Seiten.de ) und von Julia.

VonFrank

CTH goes Brocken 2021

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­Viele Radsportveranstaltungen und –events konnten in diesem Jahr nicht durchgeführt werden.
So kamen wir bereits zu Beginn der Saison auf Idee, selbst eine Tour zu planen, die für viele von uns einer der sportlichen Höhepunkte der Saison sein sollte.
Schnell war der Brocken als Ziel ins Auge gefasst.
Der höchste Berg des Harzes liegt von unserer Haustür ca. 260 km entfernt.
Dima hatte gleich festgestellt, dass es 520 km sind, wenn wir auch wieder zurück fahren würden und stellte diese Variante zur Diskussion.

520 (!) km mit dem Fahrrad?

Ja! Wir wollten es probieren.

Die Suche nach dem perfekten Termin mit Rückenwind, Sonne, optimalen Temperaturen und was noch alles dazu gehört, war dann schwieriger als gedacht. Und als die Tage merklich kürzer wurden, nahmen Lars und Martin die Sache in die Hand und legten fest, dass wir uns am 28./29. August auf die Reise zum Brocken machen.
Aus unseren Reihen waren Julia und Dima sofort dabei.
Auch Ulf und Martin von der befreundeten Radgruppe „Schaalsee-Express“ aus Zarrentin haben sich uns ohne zu Zögern angeschlossen.
So fieberten wir sechs Fahrer auf unsere große Tour hin. In den Tagen zuvor tauschten wir uns ausgiebig zur richtigen Material- und Kleidungswahl aus. Auch die Wettervorhersage beschäftige uns sehr. Uns war klar, dass uns keine optimalen Bedingungen erwarten würden.  Am Vorabend der Abfahrt hatten wir die Gewissheit, dass uns Temperaturen um die 15° und Regenschauer begleiten würden. Immerhin war Wind auf unserer Seite.
Er kam aus nördlicher Richtung und schob uns in Richtung Mittelgebirge.

 

 

 

 

Es kam der 28. August!

Julia, Dima, Lars und Martin starteten wie immer auf die Minute pünktlich um 03:00 Uhr in Kuddewörde.
Die Straßen waren nass.
Es regnete nicht. Und so rollten wir durch den Sachsenwald zur Brücke in Geesthacht. Als Reisegeschwindigkeit hatten wir uns auf 26 – 28 km/h geeinigt. Unsere Fahrräder waren mit dem nötigsten Gepäck für eine so lange Tour bepackt und jeder hatte eine Beleuchtung montiert, die uns den Weg durch die Dunkelheit leuchtete. Auf der Elbbrücke in Geesthacht, sahen wir in einiger Entfernung das Licht eines einzelnen Radfahrers und freuten uns, dass wir nicht die einzigen sind, die um diese Uhrzeit unterwegs sind. Als der Scheinwerfer immer näher kam, nahmen wir die Füße hoch und ließen den Radler aufschließen. Die Freude war bei allen groß, als wir erkannten, dass es Urs war, der ebenfalls mit zum Brocken kommen wollte. Urs lobte unsere Pünktlichkeit und wir fuhren als 5er-Gruppe weiter in Richtung Lüneburg. Dort hatten wir uns um 04:45 Uhr mit Ulf und Martin aus Zarrentin verabredet und wollten die erste kleine Pause einlegen. Ab Lüneburg ging es dann zu 7. weiter Richtung Süden. Der Streckenabschnitt von Lüneburg nach Uelzen führte entlang der B4. Hier nutzen wir selbstverständlich den Radweg. Dieser war jedoch vor allem in den Ortschaften in einem schlechten Zustand und so wählten wir innerorts die Fahrbahn. Der Autoverkehr war früh morgens ja noch sehr gering. Einmal verpassten wir nach einem Dorf die Auffahrt zum Radweg und blieben bis zur nächsten Möglichkeit auf der Straße. Die B4 mutierte hier für uns überraschend zur autobahnähnlichen Schnellstraße und wir stoppten am rechten Fahrbahnrand und hoben unsere Fahrräder über die hüfthohe Leitplanke um auf den sicheren Radweg zu gelangen.

 

 

 

 

 

 

 

Bald wurde es hell und wir kamen bei trockenen Straßen super vorwärts.
Unsere 7er-Gruppe funktionierte hervorragend.
Wir teilten uns die Führungsarbeit und hatten alle noch genug Luft um ausgiebig zu plaudern.
So kam es auch, dass wir zum zweiten Mal nach einer Ortschaft unbeabsichtigt auf der Fahrbahn blieben und den Radweg verpassten. Gerade als wir ein rundes Schild mit einem roten Rand und einem Fahrrad drauf passierten, überholte uns ein silberner Kombi mit blauen Applikationen. Natürlich wollten wir die Schnellstraße schnellstmöglich verlassen – die nächste Möglichkeit war ein Kreisverkehr in ca. 1 km Entfernung.
Nach einer kurzen, freundlichen Belehrung kamen wir mit einer mündlichen Verwarnung davon. Puh. Weiter ging’s.
Nun verlief unsere Route auch endlich nicht mehr entlang der B4. Ab Uelzen radelten wir auf kleineren Landstraßen durch eine herrliche Natur. Es wechselten sich Heidelandschaften, Felder und Wälder ab. Für die Navigation war übrigens Martin zuständig. Ein schwieriger Job in unbekanntem Gelände. Aber im Großen und Ganzen lief es rund. Eine 500m lange Gravelpassage mussten wir jedoch durchfahren.  Vielleicht hat Martin die aber auch extra für Lars eingebaut, der mit seinem Crosser unterwegs war.

 

 

 

 

Nach 111 km haben wir in einer wunderbaren Dorfbäckerei die erste größere Pause eingelegt. Hier wurden nach unseren Wünschen über ein Dutzend Brötchen belegt und die großen Kaffeetassen gefüllt. Ulf erinnerte sich, bei diesem Bäcker bereits schon einmal auf einer anderen Tour angehalten zu haben.

Nach einem weiteren Stopp beim Bäcker und bei einem Supermarkt erreichten wir nach 230 km und in weniger als 9 Stunden Fahrtzeit Wernigerode. Hier begann langsam aber sicher der Anstieg zum Brocken. Ulf ist die Tour mit seinem deutlich gebrauchten Rad gefahren und musste zunehmen feststellen, dass die alte Technik nach ca. drei Erdumrundungen nur mit einem erhöhten Krafteinsatz zu bewegen war. So nahm er den Anstieg in eigenem Tempo in Angriff und wollte schauen, wie weit es für ihn gehen würde.

 

 

 

 

 

 

 

Die anderen 6 kurbelten norddeutsch leichtfüßig hoch bis zum Gipfel auf 1142 m Höhe.
Nach 260 km im Sattel war dieser nach 10 Stunden und 8 Minuten erreicht.
Gleich schickten wir Bilder und den Live-Standort an alle CTHler, die nicht mitgekommen waren, aber unsere Tour zu Hause gespannt verfolgten.

Auch diese Unterstützung unserer Radfreunde motivierte uns immer weiter zu fahren. Danke Euch!

 

 

 

 

 

 

 

 

Die gefühlte Temperatur war hier oben unterhalb unseres Wohlfühlbereiches und so rollten wir bald wieder runter nach Schierke.
Hier diskutierten wir beim Brockenbäcker über die verschiedenen Möglichkeiten der Heimfahrt.

Martin und Ulf hatten sich hier bereits entschieden im beheizten Auto zurück nach Zarrentin zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie haben eine super Leistung gebracht und nahezu 300 km abgespult.
Martin hatte uns mit seinem aerodynamischen Körperbau viele Kilometer Windschatten gespendet.

Julia, Lars, Urs, Dima und Martin machten sich mit den Fahrrädern auf die Rückfahrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fuhren die identische Route wie auf der Hinfahrt.
Diese führte durch Städte mit einem Bahnhof, sodass unterwegs mehrmals die Möglichkeit bestand mit dem Zug heimwärts zu fahren.
Die Wetterbedingungen verschlechterten sich auf der Rückfahrt zunehmen. Der Nordwind, frischte auf und bremste uns nun etwas aus.

Regen setzte ein!

Viel Regen!!

Regen soweit das Auge reichte!!!

Die Dunkelheit sollte auch bald einsetzen. Um am Donnerstag wieder fit für die Ortsschildsprints auf unserer Trainingsrunde zu sein, entschied sich Lars in Braunschweig ins Auto zu steigen.

Zwei Platten nacheinander bewogen auch Urs nach 350 gefahrenen Kilometern gemeinsam mit Lars auf vier Räder umzusteigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine großartige Leistung!

Julia, Dima und Martin wollte weiter mit dem Rad fahren. Sie hatten nun das Ziel die kompletten 520 km zurück zu legen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste nur Martin als Navigator, dass noch über 170 km vor uns lagen. Mit einsetzender Dunkelheit war es vor allem die schlechte Sicht, die ihnen das Vorankommen erschwerte. Das Durchschnittstempo sank. Die Kilometer wollten nicht mehr so leicht vergehen. Der starke Regen hatte trotz Regenkleidung nun auch die letzte Schicht erreicht.

Wir waren bis auf das Sitzpolster nass.

Tapfer radelten wir drei durch die Dunkelheit. Julia fuhr heute sehr stark. Als Brillenträgerin kämpfte sie sich bei sehr schlechten Sichtverhältnissen immer weiter. Auch die Kälte hatte mit den durchnässten Klamotten leichtes Spiel und lies uns alle drei frieren.
Ungefähr um Mitternacht traf Julia die vernünftige und richtige Entscheidung sich abholen zu lassen.

Dima und Martin hatten sehr großen Respekt vor Julias Leistung und ebenso von ihrer Entscheidung zu diesem Zeitpunkt die Tour zu beenden. Ohne Regen und bei wärmeren Temperaturen, wäre es wahrscheinlich Julia gewesen, die mit einem Lächeln die 520 km abgespult hätte. Nun lagen noch knapp 100 km vor den beiden Radlern.

Im Zweierteam waren sie auch in der Nacht bemüht die Führungsarbeit zu teilen. Beide hatten nun alle Kleidungsstücke angezogen, die sie mitgenommen hatten. Windjacke, Windweste, Regenjacke, Regenhose, Überschuhe…alles kam zum Einsatz. Nach einem letzten Stopp an einer Tankstelle in Lüneburg ging es auf die letzten 55 km.
Jetzt kam bei beiden auch die Müdigkeit hinzu.

Zum Glück hielt uns der kalte Starkregen wach.

Urs schicke zur Motivation eine Nachricht, dass der Regen in Trittau zu diesem Zeitpunkt aufgehört hatte. Wir mussten alles geben und kamen auf letzter Rille um ca. 05:00 Uhr morgens zu Hause an. Wow!

Wir haben es tatsächlich bei diesem Wetter geschafft. 

Wahnsinn!

Wir sind uns alle 7 einig: Es war eine unvergessliche Tour. Vielleicht das sportliche Highlight 2021.

Mal schauen, wo die nächste Tour uns hinführt

 

Autor : Martin „P“